Mittwoch, 27. März 2013

7 Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte

Zuletzt wurde mir vorgeworfen, ich säße in der "Mamafalle". Einfach nur deshalb, weil ich zugab, daß ich die intensive Zeit mit Babynella vermissen werde, wenn sie ab September in den Kindergarten geht.

Ich weiß, daß ich selber früher oft sehr kritisch war, was Eltern-Kleinkindbeziehungen anging, und natürlich hat sich durch Babynella so mancher Blickwinkel geändert. Dennoch halte ich diese Wertung für unzutreffend.

Tatsache ist allerdings, daß es durchaus einige Sachen gibt, die man nur mitmacht, wenn man die dafür erforderliche Menge an Elternhormonen im Blut hat. Hat man die nicht, hält man sowas einfach nur für bescheuert.

Hier eine spontan runtergeschriebene Liste von Dingen, die ich noch bis einschließlich der Schwangerschaft nie für möglich gehalten hätte:

1. Daß ein Einkauf im Supermarkt (Entfernung ca. 400 m) inklusive Bewältigung der Wegstrecke geschlagene 2 Stunden in Beschlag nehmen kann. Zu Fuß, versteht sich, ohne Buggy. Dafür unter Inspektion jedes Steins am Wegesrand und Begrüßung jedes Hundes aus der Nachbarschaft.

2. Daß ich einmal nachts um drei rückwärts auf dem Po aus Babynellas Zimmer rutschen würde, in der verzweifelten Hoffnung, daß sie doch bitte, bitte nicht schon wieder aufwacht und zu schreien anfängt wenn ich an der Tür angekommen bin. Ist zum Glück schon was her, aber man weiß ja nicht was wiederkommt.

3. Daß ich immer mal wieder im Drogeriemarkt abwarten würde bis der Einkaufswagen mit dem eingebauten Auto endlich frei ist. Daß ich regelmäßig mit diesem sauschweren Ding mindestens 2 Extrarunden drehen würde, die natürlich am Schaukelpferd vorbeiführen.

4. Daß ich ich freiwillig und sehr gerne über zwei Jahre (und hoffentlich noch viel länger) jede Woche mit der gleichen Truppe Eltern und Kinder treffen würde. Daß diese Truppe alle paar Wochen unsere Wohnung verwüstet. Und daß ich es toll finden würde.

5. Daß die ganze Sache körperlich so anstrengend sein würde, daß ich über zwei Jahre hinweg fast 12 Kilo Gewicht verloren habe, und das ohne auch nur auf ein Stück Kuchen verzichtet zu haben - im Gegenteil!

6. Daß ein Wesen, daß mich in einem Moment fast in den Wahnsinn treibt, mich im fast gleichen Augenblick so sehr zum lachen bringen kann.

7. Daß ich einmal einen Mama-Blog schreiben würde.

Es gibt immer noch Dinge, die ich trotz Kind persönlich für inakzeptabel halte. Die Vernachlässigung von Freundschaften oder gar der Partnerschaft. Die dauerhafte Aufgabe von beruflichen Ambitionen. Aufzuessen was die Kinder übrig gelassen haben (Scherz).

Allerdings bin ich zurückhaltender geworden, was die Wertung der Lebensentscheidung anderer angeht. Manchmal ist es eben komplizierter als es von außen aussieht, manchmal ist es auch nur eine Phase (das gilt nicht nur für die Entwicklung von Kleinkindern).

Wenn jeder seinen private Wahnsinn so lebt wie er mag, und nicht ständig irgendjemand anderes etwas Schlaues dazu beizutragen hat, kann es sogar in der Mamafalle ziemlich lustig zugehen. Und am Ende kommen sogar da ja fast alle wieder raus.


Kommentare:

  1. Hallo! Ich bin Redakteurin bei Nido.de - wie kann ich dich denn am besten kontaktieren?

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  2. Hallo Sophie,

    am einfachsten über fashionbabynella@yahoo.de!

    Viele Grüße
    Nadine

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