Sonntag, 7. April 2013

Näh es selbst!

Voller Stolz präsentiere ich heute mein erstes selbstgenähtes Kinderkleid!



Eine ganz starke Kindheitserinnerung für mich ist das Bild meiner Mutter an der Nähmaschine. Sie kann richtig toll nähen und hat mir im Laufe der Jahre viele wunderschöne Kleider gemacht. Leider wußte ich die nicht immer so zu würdigen ("angesagt"  waren die Sachen eben nicht. Kinder sind manchmal echt undankbar.), aber heute würde ich was drum geben, hätten wir sie behalten.

Mein letztes Nähprojekt war vor einigen Jahren ein Ganzkörpergiraffenkostüm für den Karneval. Noch viele weitere Jahre zurück habe ich sogar ab und an "reguläre" Kleidung für mich genäht, aber da für mich eigentlich nur das Ergebnis zählte, und das Nähen selbst mehr notwendiges Übel war, ist die Sache irgendwann eingeschlafen.

Für Babynella zu nähen reizt mich allerdings schon seit einer Weile, und jetzt, wo sich ihre Größe nicht mehr im 3 Monats-Rhythmus ändert, lohnt sich der Aufwand auch.

Ich habe den Burda Kids Schnitt Nr. 3026 * verwendet, aus der Kathegorie "Sehr leicht". Sieht auch erst mal supereinfach aus, hat aber doch ein paar Tücken, von denen ich nicht weiß, ob ich sie ohne Näherfahrung bewältigt hätte.

Zum einen ist in den Schnittteilen die Nahtzugabe enthalten, man schneidet den Stoff also an der Vorlage entlang aus. Schön, aber dann? Mir hat die Nahtlinie gefehlt, auf der man normalerweise näht. Den Stoff mit Nahtzugabe auszuschneiden hätte ich auch so geschafft. So führte dann leider die von mir zu klein angesetzte Zugabe (es sollen 1,5 cm sein) dazu, daß das Kleid bei der ersten Anprobe viel zu weit war.

Ich empfehle an dieser Stelle eine Anprobe vor dem Anbringen der Rüsche. Die mußte ich nämlich wieder abtrennen um die Seitenteile noch einmal aufmachen zu können. Früher hätte sowas zu einem rumpelstilzchenmäßigen Auftritt bei mir geführt. Aber siehe da, die täglich geübte Engelsgeduld färbt nun langsam ab, ich dachte mir nur "was soll's".

Die Tasche finde ich eigentlich auch zu groß, ich überlege, sie noch einmal abzumachen und kleiner aufzunähen. Hier ist die Nähanleitung übrigens unlogisch, es wäre viel einfacher, die Tasche auf das Vorderteil zu nähen, wenn dieses noch nicht mit dem Rückenteil verbunden ist. Ist aber andersrum beschrieben. Zudem habe ich die Rüsche mit der Hand gereiht, denn meine Maschine hätte niemals so große Stiche machen können. Hier ist es halt hilfreich, wenn man sich zu helfen weiß, wenn die Nähanleitung nicht optimal ist.

Der Schnitt geht von Größe 92 bis 122. Ich hab eine 98 genäht, und um den Schnitt auch zukünftig noch verwenden zu können, habe ich die Teile zuerst auf Packpapier übertragen. Das ist auch beim Kopieren und Ausschneiden einfacher, weil das Papier fester ist, als das Seidenpapier des Schnitts. Das Kleid kann auch ohne die Rüsche genäht werden, allerdings würde ich persönlich dann bei der Kleiderlänge ein paar Zentimeter zugeben, sonst sieht es zu schnell nach einem langen Oberteil aus.

Da ich noch Reste von beiden Stoffen übrig habe, werde ich noch ein doppelseitiges Halstuch nähen, und, wo ich so darüber nachdenke, wäre ein passenden Haarband vielleicht noch hübsch.

Das nächste Schnittmuster liegt schon hier, und ich habe Lust bekommen, mich auch daran zu versuchen. Das Ergebnis wird hier vorgestellt!

* Bei allem was ich zu diesem Schnitt schreibe, handelt es sich um meine persönliche Meinung. Den Schnitt habe ich selbst gekauft und die Firma Burda ist in keiner Weise an diesem Post beteiligt.

Kommentare:

  1. wenn du einmal angefangen hast Kindersachen zu nähen, wirst du nie mehr aufhören.
    du schaust dein kind an und denkst dir: heute ist sie/er echt süß und dann denkst du weiter: und die Kleidung erst...
    willkommen im Club :)
    lg aus Wien
    Lisi

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    1. Hallo Lisi,

      danke, in dem Club bin ich doch gerne! :o)

      Hast Du denn eine Erfahrung, wie lange die Kinder sich das gefallen lassen? Ich höre da üble Geschichten von Vierjährigen die nichts mehr anziehen wollen, was nicht "cool" (also Marke) ist. Find ich erschreckend - und schade, für Mama und Kind.

      Liebe Grüße aus Köln zurück!
      Nadine

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  2. Meine Erfahrung ist leider eher düster :(. Marken sind noch gar kein Thema bei meinen 2n (6 und 4 Jahre alt). Aber mein Sohn zieht nur Sachen mit Wickingern oder dem leidigen Lightning-Auto an und meine Tochter zieht nur Sachen an, die mit ihr zusammen selbstgemacht sind. Ich frag sie jetzt immer schon bei der Stoffauswahl und näh nur Sachen, die schnell gehen. Im Kindergarten wurde ihre selbstgenähte Kleidung schon öfters von anderen Kindern ausgelacht und deshalb zieht sie am liebsten Hello Kitty an...aaaaaahhhhhhhhh
    Aber ich näh trotzdem weiter!
    LG Lisi

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    1. Oha, das hatte ich befürchtet... Mir ging es als Kind nämlich genauso. Meine Mutter hat mir tolle Sachen genäht, und in der Schule bin ich dafür ausgelacht worden. Wahrscheinlich von genau den Leuten, die heute neidisch gucken, wenn man seinem Kind was Tolles näht.. Jedenfalls mochte ich die Sachen dann in der Schule auch nicht mehr anziehen. Ein in mehrerlei Hinsicht kompliziertes Problem.

      Ich werd trotzdem dran bleiben, so lange es geht - und eine Zweijährige wird zumindest erst mal nur für ihre süßen Sachen bewundert, wenn auch nur von den Erwachsenen.

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