Dienstag, 21. Mai 2013

Borkum - eine unvergessliche Reise

Heute melde ich mich von der Nordseeinsel Borkum, wo wir gerade eine äußerst verregnete Woche verbringen. Da das Wetter allerdings derzeit überall in Deutschland gleich schlecht ist, können wir genauso gut auch gleich Spaß haben, und bislang schlagen wir uns gar nicht so schlecht.

Es fing schon gleich suuuuperlustig an.

Babynella laborierte seit vergangenem Donnerstag an einem Magen-Darm-Virus rum. Am Samstag, unserem Abreisetag sah es allerdings so aus, als sei das Schlimmste überwunden. Die Familie schwang sich also wohlgemut in den Zug. Und jetzt kommt die Preisfrage: Was ist blöd daran, wenn man sein Gepäck vorab per Kurierdienst an den Urlaubsort schickt, um auf der Reise selbst die Hände für Kind und dazugehörigen Wagen frei zu haben? Genauuuuuu: Wenn selbiges Kind dann leider DOCH noch nicht wieder gesund ist, und Mama von oben bis unten bekotzt, DANN kann selbige sich unterwegs nicht einfach in ein paar frische Klamotten werfen.

Ich muß saublöd aus der Wäsche geguckt haben, als Babynella, die günstigerweise gerade rittlings auf meinem Schoß saß, sich erst in einem kleinen, dann einem großen Schwall auf mich erbrach.

Glücklicherweise war die nette Familie, mit der wir das Abteil einen Teil des Weges geteilt hatten, bereits ausgestiegen, wir also zu dritt allein. Die Bahn stellt einem in so einem Fall einen Eimer und einen nagelneuen Lappen zur Verfügung, und ich kann nun von mir sagen, daß ich schon mal einen Abteilboden gewischt habe. Im Grunde haben wir (und die DB) Glück gehabt. Beim letzten Mal sind wir nämlich wegen quasi Preisgleichheit erster Klasse gereist, und da haben die Abteile Teppichboden. Das wäre diesmal echt, echt eklig geworden.

Nachdem ich das Schlimmste aus unserer Kleidung rausgewaschen hatte, und in der Zwischenzeit auch niemand Lust hatte, sich zu uns zu setzen, stiegen wir dann aufs Schiff um. Hier platzierten wir uns geschickterweise gleich neutral in der Gepäckzone und natürlich übergab Babynella sich flugs ein zweites Mal. Lieben Dank unbekannterweise an die nette Dame, die ihren (leeren) Bierbecher als Kotztüte zur Vefügung stellte, und den beherzten jungen Mann, der uns einen Mülleimer zuschob und einen Stapel Wegwerftücher zuwarf.

Bereits seit dem ersten Fiasko im Zug wurde ich periodisch von hysterischen Lachkrämpfen geschüttelt. Was auch sonst? Es war ja zum Glück nichts wirklich schlimmes passiert und Babynella übrigens fröhlich und munter. Ich wußte also, es würde vorbeigehen, wie hätte ich es also nehmen sollen als mit Humor?

Rücksichtsvollerweise wechselten wir immer mal wieder aufs Außendeck, aber da war es affig kalt, und Babynella hatte ja ihr Sweatshirt nicht mehr an, weil... ist klar, ne?

Als wir dann beim Aussteigen eine Weile neben dem Kaffeeautomaten standen, entwickelte sich in unserem Rücken ein lebhaftes Gespräch zwischen bis dato Unbekannten, die sich darüber austauschten, wie fies es aus dem Automaten roch, so nach vergorener Milch. Da habe man ja neulich erst drüber gelesen, wie unhygienisch diese Automaten seien, da trinke man ja ohnehin nie was draus. Liebe AG Ems, falls sich jemand bei Euch beschwert: Unternehmt nix, ich kann das erklären... In der Situation selbst war ich allerdings leider außerstande dazu. Ich meine, wie reagiert man da? "Entschuldigen Sie, das ist nicht der Automat, das bin ich. Ich wurde zweimal mit Erbrochenem überzogen und es tut mir auch Leid, daß wir jetzt noch zwanzig Minuten hier stehen wie die Sardinen in der Dose. Wenn Sie etwas mehr Geduld hätten, und nicht schon ewig vor der Ankunft hier ne Schlange aufmachen würden, wäre es für uns alle netter"? Pardon, ging nicht.

Spätestens in dem Moment war ich jedenfalls kurz vor dem Platzen. Babynellas Papa und ich haben uns betont nicht angeguckt und gaaaanz konzentriert den Ausgang im Blick behalten. Zum Glück war auch die Überfahrt bald vorbei, und die kurze Fahrt in der Bimmelbahn bis zum Borkumer Bahnhof stellte dann hoffentlich keine große Beeinträchtigung für unsere Mitreisenden dar.

Babynella hat übrigens seit unserer Ankunft nicht mehr gespuckt, ich bin also zuversichtlich, daß unsere Rückreise angenehmer wird. Drückt uns die Daumen!

Reisen mit Kindern ist toll!

Übrigens berichtet Krümel demnächst an dieser Stelle über Borkum als Reiseziel, stay tuned!

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